Dienstag, 22. März 2011
Stell dir vor, man könnte immer sehen, wie es jemandem ginge. Wer traurig ist, ist schwer und wer glücklich ist, ist leichter; manche könnten sogar fliegen. Die Kinder würden ihre Mütter am Ärmel ziehen „Mami, guck mal, guck! Kann ich auch einmal fliegen?“ „Wenn du immer lieb bist, vielleicht.“ Und die schweren würden tiefe Abdrücke in Erde hinterlassen. Manche wären gar so schwer, dass sie immer aufpassen müssten, dass sie nicht im Boden versinken oder Brücken zerstörten. Man würde einige zur Sicherheit einschließen müssen. Nachdem der erste im Boden eines Flughafen einsinken würde und man ihn nur mühsam wieder retten könnte, würde man sich gewiss werden, dass für einige endgültige Vorkehrungen getroffen werden müssten. Man würde zu Testzwecken manche ins Koma versetzen, ohne Erfolg. So käme man zu dem Entschluss, dass man sie vor Gericht bringen müsse, und dann die Todesstrafe drohe, wenn keine Aussicht auf Besserung bestünde. Und da sie mit anderen schweren, schwarzen Menschen eingesperrt wären, in Zellen auf massivem Metall, würden die meisten früher oder später sicher vor Gericht kommen. Man würde herausfinden, dass sie am besten mit einem seltenen Pflanzengift auszuschalten wären. Danach würden sie zu Erde werden. Ungemein fruchtbare Erde, die strahlende Blumenwiesen versorgen würden. Die fliegenden würden sich erfreuen und den Gerüchten über diese Wiesen keinen Glauben schenken. Und ein paar der wirklich schweren, wirklich schwarzen Menschen wären froh darüber, da sie sich so wenigstens einmal nützlich fühlen würden.
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1 Kommentare:
Stell dir vor, auf den Wiesen wüchsen weiße Lilien, die blühten nur für schwarze Menschen. Die Fliegenden würden versuchen, sie zu bestäuben, doch sie würden einfach verwelken. (ähm... in meinem Kopf klang das nicht so komisch.)
Toller Text, wenngleich "toll" nicht das passendste Wort wäre...
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