Mittwoch, 19. Oktober 2011

la phase de rêve




Ich stelle mir vor, mit dir zu schlafen. Ich weiß nicht, wie oft ich in der Nacht erwache, nur um an dich zu denken. Ich habe aufgegeben mitzuzählen. Seit ich weiß, dass es dich gibt, kann ich nicht mehr mit meinem Kopf rechnen und die Null in meiner Brust bildet die Umlaufbahn deines Mittelpunkts. Un cercle vicieux. Ich liege im Übergang zum Wachzustand, der für einen glücklichen Moment die Brücke über die Distanz unserer Herzen schlägt, schlage voller Erwartung die Augen auf, doch du bist fort und ich taste nach Händen, die keine Abdrücke hinterlassen. Tu es une douleur fantôme. Vor meinem Fenster kann ich den Mond sehen. Es ist das Einzige, was wir beide, getrennt voneinander, gemeinsam sehen können. Ich kratze ihm meine Blicke in die Haut , wie ein Träumer, den sein Traum verlassen hat und hoffe, dass du aufblickst.


Lizzy

Montag, 17. Oktober 2011

Als ich vom Tod...

"... Hitlers erfuhr, war es eine dieser Nachrichten, die man mit einer Mischung aus Bezuglosigkeit und Unberührtheit aufnimmt. -Hast Du schon gehört? Hitler ist tot.- Hitler ist tot, in Ordnung. - ich nahm diese Nachricht hin, so wie man es hinnimmt, wenn ein Mensch gestorben ist, zu dem man keinerlei Bindungen hatte. Doch fühlte ich mich zum ersten Male seit den letzten Jahren, wieder frei. Als deutscher Kriegsgefangener unter dem 'Feinde', doch ich fühlte mich befreit."

Waren die Worte meines Urgroßvaters, laut meines Großvaters. Ich nahm diese Worte in mich auf, ohne wirklich zu begreifen, was sie bedeuteten, oder welche erschütternde Wahrheit sie beherbergten. Sich freier fühlen zu können, umgeben vom allgegenwärtigen, willkürlichen Tod, dem Hass, umgeben von Feinden, in Gefangenschaft und ohne Gewissheit, als unter dem Regime eines einzigen Mannes. Das soetwas möglich sein konnte erscheint mir befremdlich und ich werde es niemals nachvollziehen können, ich hoffe, es niemals nachvollziehen zu müssen.


Meine Großmutter sagte einmal , der Mensch sei wie ein Schwamm, der alles in sich aufsaugt, die guten Dinge leider meist doch weniger als die schlechten Dinge, Überzeugungen oder Ansichten und Wasser allein reiche nicht aus, ihn reinzuwaschen. Was die guten Überzeugungen anginge, die Angst vor dem Schlechten würde es schon besorgen. Nur wenige zumindest, trotzen der Angst und bewahren sich ein gutes Herz. Es ist bewundernswert, wieviel Mut solche Menschen aufbringen, wieviel Verzicht und Aufopferung für das Richtige, selbst mit dem Tod auf den Versen. Und es ist bedauernswert zu sehen, wie der Mensch trotz besseren Wissens genauso eine tödliche Gefahr für seine Mitmenschen, Familie, Freunde und letztlich für sich selbst darstellen kann. Es ist erschütternd zu sehen, dass wir so wenig Respekt für das Leben aufbringen können, ohne welches wir schlichtweg nicht existieren würden und damit alles Erlebte, Schöne, Reizvolle, jedes Gefühl, jeder Moment des Glücks, jeglicher Sinn.

Der Mensch ist nicht von Grund auf schlecht, doch es scheint, als täte er nicht wenig, um jegliches, positives Gefühl in ihm im Keim zu ersticken, da es schwieriger ist Mitgefühl zu bekennen, in einer Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist und in der man zu schnell in die Schußlinie gerät. Als würde der Mensch sich selbst sowenig lieben, dass er nicht in der Lage ist, andere zu lieben. Oder er liebt sich selbst so sehr, dass keine Liebe für die Anderen übrig bleibt- Liebe als Pseudonym.

Es gibt wenige Menschen, die trotz aller Fehler ehrbar sind, dem Schlechten trotzen und damit etwas zum Positiven verändern. Es sind mehr, als man denken könnte, doch es herrscht keine Waffengleicheit in einem Krieg. Dennoch kommt es auf jeden Einzelnen von ihnen an. Mein Großvater sagte, Ehrbarkeit bedeutet, sich für die Schwachen einzusetzen, nicht sie niederzutrampeln. Das bedeutet wahre Größe, mein Schatz, wer nach einem schwierigen Weg das Ziel erreicht ist stolzer, als jemand, der nie versucht hat, es zu erreichen. Und ist stolzer, als jemand, dem alles in den Schoß fällt. Darin besteht wahres Können. Ja, man muss Mensch sein können.

Es ist traurig, in welchem Zustand sich die Welt befindet. Es macht krank zu sehen, mit welcher Mißachtung wir an Andere herantreten, selbst dann, wenn wir sie nicht kennen. Es ist beschreibend für uns: Was wir nicht kennen, akzeptieren wir nicht, was fremd ist, verachten wir, wir fürchten uns vor Unbekanntem, denn wir fürchten uns vor uns selbst. Wie kann es sonst möglich sein, dass wir uns gegenseitig angreifen, attackieren, umbringen?

Mensch zu sein ist ein Privileg, sagt man. Doch bei genauerer Betrachtung beinhaltet es nicht viel anderes als Hass, Grausamkeit und Unwissen. Fügt jemand einem anderen Lebewesen Gewalt zu, dann sagen wir, es sei 'unmenschlich'. Doch in unserer traurigen Realität machen genau diese Dinge die "Menschlichkeit" aus.

Ich werde niemals verstehen, was es bedeutet, wenn für Liebe kein Platz da ist. Ich möchte mich niemals in Gefangenschaft frei fühlen müssen, weil es keine besseren Optionen gibt. Besser man geht mit offenem Herzen durch's Leben, denn ohne Liebe ist es nichts wert, aber ich bin auch nur ein Mensch.



Lizzy

Dienstag, 13. September 2011

Daniel

Daniel war in seiner Klasse durchaus beliebt. Manche fanden es hin und wieder komisch mit ihm zusammen zu sein, aber sie wussten nicht genau, warum. Er hatte wirklich gute Noten, war humorvoll, aufmerksam und fiel sehr selten negativ auf. Seinem großen Bruder und seiner kleinen Schwester gefiel es, Zeit mit ihm zu verbringen, und ihm gefiel es auch. Auch er liebte seine Familie; den Vater und seine Tante, die bei ihnen wohnte. Doch auch, wenn niemand mit dem Finger darauf zeigen konnte, merkten alle, dass etwas an ihm grundlegend anders war.
Im Internat war man selten allein, das war ein Problem. Daniel brauchte Ruhe. Oder besser gesagt: er brauchte Abstand. Er hatte nie das Problem zuviel von sich zu geben, sondern zu wenig. Daniel war ein Schwindler, er stahl Gedanken.
Es fing an, als er klein war. Das glaubte er zumindest, da er sich nicht an andere Zeiten erinnerte. Man war damals schon verblüfft, wie schnell er Lösungen parat hatte, wie schnell er manches lernte. Er kannte es nicht anders, daher wunderte er sich selbst nicht darüber. Es geschah auch immer unterbewusst, und er stahl nur die guten Gedanken. Unnütze, falsche oder unpraktische fanden nicht den Weg zu ihm. Das Opfer merkte auch nichts davon, da die Gedanken bei ihm nicht durchbrechen konnten. Kopieren und sofort löschen.
Seine Mutter hatte wohl etwas geahnt. Da sie selbst eine ähnliche Gabe besaß, war sie sensitiv dafür. Er sah sie zuletzt als er 9 war; 2 Tage bevor seine Schwester operiert wurde. Es war ein sehr komplizierter, wichtiger und vor allem teurer Eingriff, den sie selbst zahlen mussten. Er sah, wie seine Mutter in die Küche kam, seinen Vater küsste und lange festhielt. Sah, wie sie mit feuchten Augen zu ihm kam, auch ihn fest an sich drückte – noch fester als seinen Vater – ihn auf die Stirn küsste und ihm sagte, dass sie ihn liebte. Sah, wie sie weg ging. Und hörte, wie sie weinte. Das war das erste Mal, dass er absolut keine Ahnung hatte, was gerade passierte; er erhielt keine Antwort von seiner Mutter. Und von da an auch nie wieder auch nur ein Zeichen von ihr.
Daniel liebte seine Schwester sehr. Er konnte mit ihr spielen und lachen. Sie brachte ihn dazu, nicht zu denken. Und, wie auch seine Mutter, konnte sie ihn trösten, und er sie.
Er beendete die Schule und machte seine Lehre. Durch seine Fähigkeit musste er viel weniger investieren. Doch umso älter er wurde, umso größer wurden die Zweifel. Wo hörte er auf, wo fingen die anderen an? Was war seines, und was nicht? Es begrub ihn und er fing an an sich zu zweifeln. Er beschloss, abgeschieden zu wohnen. Von allen wegrennen um jemanden zu finden. Doch das Grau blieb Grau nimmt man etwas davon weg. So musste er versuchen über die Zeit sich selbst zu finden. Wirklich arbeiten musste er nicht; ein Vorteil, wenn man immer das Richtige weiß.
Seine Schwester besuchte ihn oft, seine Freundin nicht mehr. Seine Schwester wurde bald erwachsen und ähnelte ihrer Mutter immer mehr. Er musste ihr manchmal von ihr erzählen. Vor allem von dem Tag, an dem sie weg ging. Er erzählte ihr auch, dass ihre Mutter das Geld für die Operation an diesem Tage bezahlte. Er redete darüber, dass er seine Mutter auch dafür liebte, dass sie ihn immer überraschen konnte; als Einzige.
Er sah sie lange Zeit an. „Daniel, was ist“? – „Es ist nur so komisch, wie Du Mama immer ähnlicher wirst“. Sie fing an zu weinen und er nahm sie in seine Arme. Nach einer Weile löste sie sich von ihm, küsste ihn auf die Stirn, sah ihn ernst, aber liebevoll an. „Keine Angst, meine kriegst du auch nicht“.


von Angelus

Sonntag, 28. August 2011

Sturzflug

Wir taten etwas, von dem wir nicht wussten, was es war,
es brachte uns an Orte, die nicht vorhersehbar waren.
Ein unbekanntes Flugobjekt ohne Landeerlaubnis,
dass zuviel Staub aufwirbelte, stürzte blind in meinen Kopf.
Nun liegt es dort, mit kreisenden Rotorblättern und zerstückelt meine Gedanken.

(Für M.Sz.) -Lizzy

Josefine und der Goldschatz



Illustration "Josefine & der Goldschatz"„Klar zum Entern“ rief sie, „los, Bootsmann Lennard, stürmen sie den feindlichen Kreuzer!“ Josefine warf ihrem ersten Maat einen finstren Blick zu. „Entweder, du kaperst SOFORT dieses Schiff, oder ich mach dich zum Schiffskoch“. Lennard wollte nicht. Er wollte nicht einmal etwas erwidern. „Lennard, wenn du mir nicht mutig zur Seite stehst, werden wir dieses Schiff nie einnehmen können“. Doch Lennard schaute nur.
Josefine, das 5jährige Mädchen mit den Erdbeerhaaren, schaute ihren Kater mit einer Mischung aus Traurigkeit und Verzweiflung an. Der begann nur sich hoch oben im Baum die Pfoten zu lecken. Der Baum, ein alter Pflaumenbaum, war ihr mächtiges Schiff. Die gesamte See bebte unter ihrem Schlachtruf. Das Meer, bestehend aus einem großen Garten im Rasen, schäumte, wenn sie die Segel (ein Laken) setzte.
Es war das bereits 173. Mal, dass Lennard – einst stolzer 2. Kapitän – den Befehl zum Entern des Birnenbaumes verweigerte. Sie aber wollte an den Schatz. Sie wollte die dicken Goldklumpen, die unter Deck überall herumlagen. Der Rest ihrer Besatzung taugte leider noch weniger als dieser schwarze Kater, der nur dann Initiative zeigte, wenn es darum ging seine eigene Haut zu retten. Ihre Männer hingen nur unter Deck herum, in ihren Hängematten. Sie saß ganz oben im Baum, überblickte alles und schmiedete Pläne, ihr Machtgebiet zu erweitern. Der mehrfach degradierte Lennard war mit oben. So wenig Hilfe er auch war, musste er doch immer wissen, was vor sich geht.
„Bootsmann, wir müssen eine List anwenden. Wir müssen den Feind überraschen; ihn bei seinen Socken packen. Doch erst einmal müssen wir uns um Verpflegung kümmern“ befahl sie und kletterte vom Schiff hinab, Lennard auf der Schulter. Unten angekommen befestigte sie noch den Anker, ein Seil mit einem Findling, im Boden. Sie rannte ins Haus und wollte den Kühlschrank plündern, als ihr Vater rief, dass es jetzt sowieso Mittag gäbe. Josefine saß zappelig am Tisch, aß, und gab ihrem Untergebenen unterm Tisch heimlich ab. Sie nahm noch etwas mehr mit, in Folie verpackt, damit sie unterwegs auf ihren Reisen genug Proviant hatte. An diesem Tage konnte sie nicht mehr viel tun, außer Schatzkarten zu studieren.
Als es anfing dunkel zu werden, rief man sie in ihr Zimmer, das einen Totenkopf auf der Tür hatte, der grimmig drein schaute und von ihr gemalt war. Eine Ewigkeit überlegte sie hin und her, was sie unternehmen konnte um an ihren Schatz zu kommen. Ohne eine gute Idee schlief sie darüber ein. Am nächsten Morgen war es windig – ein guter Tag zum Segeln.
Sie kletterte an Deck, holte den Anker ein, setzte Segel und schaute in den Horizont; mit einem Papprohr als Fernglas. Es war kein anderes Schiff in Sichtweite, doch sie hatte heute ein gutes Gefühl – im Schlafe hatte sie einen Plan geschmiedet. Für viele Stunden fuhr Josefine über die See, spürte Wind im Haar und hielt Ausschau. Gerade, als es begann stürmisch zu werden, konnte sie in großer Entfernung ein großes Schiff ausmachen. Es machte ihr allmählich Probleme sich oben zu halten, als sie bemerkte, dass das Schiff dort ihr ewiger Rivale war. „Na warte Freundchen, heute bist du fällig, heute wird dein Gold MIR gehören“.
Sie rief ihre Besatzung nach oben, doch niemand rührte sich; sie ließen sich wie immer vom Wind im Schlaf wiegen. „Lennard, an meine Seite, jetzt“ rief sie und suchte ihn, doch er lag unterhalb auf einem Ast, döste vor sich hin und öffnete nur schlaftrunken ein Auge. „Wenn ich in meinem Gold bade, wirst DU vor einem Kriegsgericht stehen, wart´s nur ab“! Aber auch Josefine legte sich auf einen Ast und schloss die Augen. Im Gegensatz zum einstigen, stolzen 2. Kapitän aber, ließ sie den Frachter nicht aus den Augen, hielt mit nervösen Fingern ihre Enterwaffe fest und wartete auf den richtigen Augenblick. Das fremde Schiff kam näher und näher, ihre Finger griffen fester und fester, der Sturm wurde stärker und stärker. Gerade, als der Frachter wieder begann vorbei zu ziehen, sprang sie auf, das Seil in den Händen, und rief „Klar zum Entern“! Schwang das Seil über ihrem Kopf, sah, wie das andere Schiff begann zu zittern, und warf das Seil dem Feinde entgegen. Sie verfehlte und warf erneut. Es blieb stecken, kam aber wieder zurück, als sie fest daran zog. Beim dritten Versuch erwischte sie einen sehr dicken Ast, ganz dicht am Stamm.
„Mannschaft, Lennard, ENTERT“! Wie zu erwarten war: die Mannschaft schaukelte im Wind, Lennard schaute nur. Das Seil an beiden Seiten fest vertäut, legte sie sich darauf und begann zu klettern. Etwa bei der Hälfte des Weges hing es durch und wurde von einem Windstoß erwischt. Josefine wackelte und drehte sich, konnte sich aber noch daran fest halten. Lennard, der die Szene interessiert betrachtete, kam an Deck und lief über´s Seil. Als er bei ihr ankam, maunzte er und leckte ihr einmal über die Stirn. Josefine, angestachelt davon, dass der Verräter sich vor ihr das Gold unter die Krallen reißen könne, zog sich etwas nach oben und hangelte sich auf das Schiff, das nun endlich ihr gehörte.
Dort angekommen durchsuchte sie alles und strahlte mit ihren Sommersprossen um die Wette. „Meins, meins, meins, alles meins. Ich alleine hab´ dich überfallen und eingenommen“. Lennard, der sich schon unter Deck zurück gezogen hatte, untersuchte ebenfalls alles, hatte aber bereits damit begonnen, den Frachter für ein Nickerchen her zu richten. Josefine überblickte ihre Beute und nahm sich einen Goldklumpen, biss hinein und freute sich. „Ja! Echtes Gold! So saftig kann nur echtes Gold sein“. Sie stellte sicher, dass niemand sonst hier mit seinem Schiff unterwegs war, der ihr ihr neues wegnehmen könnte und kletterte aufgeregt hinunter. „Mama, Mama“ schrie sie, als sie ins Haus rannte, „ich hab´s geschafft, ich hab´ den Schatz bekommen, hier, guck´ mal“ und hielt ihr die Birne hin. „Wow, das ist toll mein Liepling. Wie hast du das denn geschafft?“ wollte sie wissen. Josefine erzählte ihr alles und ihre Mutter sagte ihrem Vater, er solle sich das Seil einmal anschauen und es sicher machen.
Von diesem Tage an, war Josefine Herrscherin über gleich zwei glorreiche Schiffe, nur wenig fremde waren je wieder in ihrer Nähe zu sichten; die ganze See fürchtete sie. Und an ihrer Seite, wenn auch eher moralisch, stand Schiffskoch Lennard.


von Angelus für Lizzy; Illustration:Lizzy, Hörtext:Lizzy

Mittwoch, 15. Juni 2011

nulldistanz

der abstand zwischen daumen
und zeigefinger zwei flügel breit
zwischen unseren augen wir werden
blind aufschlagen


( Für M.Sz.)

Sonntag, 15. Mai 2011

kaltstart

mein herz ich weiss nicht was
du von mir willst ich renne doch
schon schneller als deine fehl
schläge mich treffen tret lachend
aufs gas hau in die pedale bis
du aufheulst nicht das ich durch
dreh wenn du mich ausbremst
glaub mir ich hinterlasse keine
spuren bloss eine hand
voll staub auf der linie ein
leben das längst überholt ist

(copyright HvidLiljer, Lizzy)

Sonntag, 24. April 2011

Moonfever

I see myself in the window
at the table beside
the front door
The air is dripping
by doubts
eyes are missing
in the mirror
Everyone knows I am
sick with longing
Shadows tempt
When I get scared
and disappear
they study my fragments
and pierce the void
I'm just moonstruck
and tired of people
who leave me


Text Lizzy

Samstag, 2. April 2011

Ode an den...



Blauer Himmel, Sonnenschein,
es ist schön warm, ganz wunderfein,
wärest du hier, wär's wärmer noch,
wir tränken Bier, und Lenny vom Loch.
Ich würd' dich füttern, mit viel Eis,
du zögst dich aus, und mir würd's heiß,
wir lägen auf der Wiese, bei 'ner sanften Brise,
und ich hing' dir zuvor, ein Kirschenpaar ans Ohr.
Grüner wär' das Gras, größer wär' der Spaß,
der Horizont wär' weiter, mein Lächeln wäre breiter,
der Himmel wäre blauer, und ich wüsst's noch genauer:
Mit dir wär' alles netter, bei diesem schönen Wetter!

von Lizzy für Angelus ;)

Mittwoch, 30. März 2011

Es war einmal und so

Also, ich sitze im Garten, in der Sonne und werde vermutlich nicht nur bei dem Gedanken an Dich rot. Neben mir, auf dem Boden, liegt ein toter Vogel, hat ausgezwitschert, er ist auch rot. Ihn hat es besser erwischt, als die Maus, von der nur noch der Kopf übrig ist. Ich habe nie behauptet, ich könnte "Liebesbriefe" schreiben, aber ich sollte das mal wegmachen. Ich sitze also zwischen zwei Kleintierleichen und spiele den geduldigen Bestatter für den Tod auf vier Pfoten, dem dies nicht ausreicht. Er will nun auch noch gelobt und gestreichelt werden, denn seiner Ansicht nach war dies kein Doppelmord, sondern so etwas wie ein romantisches Dinner zu zweit. Was gibt es zu essen heute? – Mikosch Deluxe Doppelburger, zwei-lagig Fleisch(Brrd Brrrrd Miau Miau. Denk, was Du willst, aber wir verstehen uns). Er sagt, er wolle mir etwas Gutes tun, wisse nicht, was er falsch gemacht hat. Moment mal, klingt irgendwie vertraut. Ich bin mein Kater, ähm, ich bin wie er, oder er ist wie ich, unklar, wer sich das von wem abgeschaut hat (jaja, ich weiß, was Du denkst…). Kurz gesagt, er führt sich manchmal wie ein unsensibles Arschloch auf, meint es aber meistens lieb. Er ist zeitweise einfach unbeholfen im Ausdruck. Ich wollte mich streicheln lassen, doch ich schlug Dir, unbeholfen, die Krallen in den Bauch, was Dich zum Quietschen brachte. Eigentlich wollte ich Dich zum Schnurren bringen, kannst Du mir glauben (Vielleicht hätte auch ich das Dinner in Erwägung ziehen sollen.). Ich habe irgendwo mal gehört, dass sei wie bei geprügelten Hunden, die sich schwer tun, nicht zuzuschnappen, wenn mal einer versucht, nett mit ihnen Gassi zu gehen (Manch einer würde sagen, man erschösse das Pferd, bevor es über den Graben gesprungen ist, aber das ist Ansichtssache.). Kratzen hingegen reiben zeitweise so lange das Fell an ein Anderes, bis dessen Besitzer sich freiwillig an die Leine legen lässt.


Donnerstag, 24. März 2011

nachgeschmack

du ziehst dir meine liebe wie nen
kaugummi aus dem herzautomaten
und pumpst dir die süßen gefühle
bis bitter meine träume platzen nun
vielleicht solltest du aufpassen das
sie dir nicht im halse stecken und dir
die luft weg bleibt

von Lizzy für S.M.

Mittwoch, 23. März 2011

du gingst mit mir auf ich ging ohne dich davon

du gingst mit mir auf ich ging
ohne dich davon

du zogst aus in die fremde ich ging
in andere hände zog nur fremde aus du
liefst fort in die fremde ich ging fort
laufend fremd du gingst zu grunde ich
blieb stehen ging im grunde vor die hunde
und wollte doch nur mit dir gehen

du gingst aus von liebe mir ging
die liebe aus du wünschtest das
ich bliebe und ich ging lieber
raus

vorbei ging die zeit ich ging zeit
weise zu weit das ging dir nah das
lag mir fern du gingst von mir ich
ging von hier es ging ganz gut nur
nicht zu zweit

von Lizzy für T.B.

Dienstag, 22. März 2011

Stell dir vor, man könnte immer sehen, wie es jemandem ginge. Wer traurig ist, ist schwer und wer glücklich ist, ist leichter; manche könnten sogar fliegen. Die Kinder würden ihre Mütter am Ärmel ziehen „Mami, guck mal, guck! Kann ich auch einmal fliegen?“ „Wenn du immer lieb bist, vielleicht.“ Und die schweren würden tiefe Abdrücke in Erde hinterlassen. Manche wären gar so schwer, dass sie immer aufpassen müssten, dass sie nicht im Boden versinken oder Brücken zerstörten. Man würde einige zur Sicherheit einschließen müssen. Nachdem der erste im Boden eines Flughafen einsinken würde und man ihn nur mühsam wieder retten könnte, würde man sich gewiss werden, dass für einige endgültige Vorkehrungen getroffen werden müssten. Man würde zu Testzwecken manche ins Koma versetzen, ohne Erfolg. So käme man zu dem Entschluss, dass man sie vor Gericht bringen müsse, und dann die Todesstrafe drohe, wenn keine Aussicht auf Besserung bestünde. Und da sie mit anderen schweren, schwarzen Menschen eingesperrt wären, in Zellen auf massivem Metall, würden die meisten früher oder später sicher vor Gericht kommen. Man würde herausfinden, dass sie am besten mit einem seltenen Pflanzengift auszuschalten wären. Danach würden sie zu Erde werden. Ungemein fruchtbare Erde, die strahlende Blumenwiesen versorgen würden. Die fliegenden würden sich erfreuen und den Gerüchten über diese Wiesen keinen Glauben schenken. Und ein paar der wirklich schweren, wirklich schwarzen Menschen wären froh darüber, da sie sich so wenigstens einmal nützlich fühlen würden.

Montag, 7. März 2011

Perspektiven

In diesem Moment
da dein Auge getrübt
ist und ich den durch
blick verliere für ein gefühl das
nicht deines sein sollte und
dich erblinden lässt am tag
an dem ich in deine augen sah
hast du dich vervielfältigt
tausendmal du und ich konnte
dein wahres ich nicht erkennen
warst eines von vielen bildern
im spiegel die sich mit meinem
vermischten bis nur ein schwacher
abglanz übrig blieb ohne farbe
und zuviel kontrast

ich sehe in deine augen die
zu gut sind für mich



Sonntag, 6. März 2011

Sieben Tage

Ich weiß, ich sollte nicht weinen,
doch mein Herz hat das Taktgefühl verloren,
während es auf mich einschlägt.

Ich wollte die Stille zum Schweigen bringen,
doch nun schreit mir die Einsamkeit ins Gesicht,
ist lautlos laut.

Unerträglich.

Wenn ich die Augen schliesse vergeht eine Minute
in sieben Stunden.
Wenn Du da bist vergehen sieben Tage an einem.

Ich wollte nicht wissen,
was ich vermisse und nun vermisse ich,
was ich weiß.